Feuer am Dach – Es ist alles in Ordnung

Genau in dieser Sekunde, in dieser Stunde und an diesem Tag, ist Feuer am Dach. Die Tierschutzwelt läuft Amok und die Terranier bangen um ihre Leidenschaft. Ambitionierte Hobby-Weltverbesserer haben es sich mal wieder zu erklärten Lebensaufgabe gemacht die bösen Terranier aufs Korn zu nehmen, die seit Jahrzehnten versuchen den Lebensraum von Exoten nachzubilden und dies erfolgreich tun. Ein Umstand, der in den Augen unzähliger, selbsternannter Tierschutzorganisationen unhaltbar ist. Wildtiere und artgerechte Haltung können nicht funktionieren. So zumindest der idealistische Grundgedanke. Denn ein Wildtier ist per Definition ein Tier, das in der Wildnis vorkommt und eben nicht domestiziert ist. Daher ist es nicht verwunderlich und sicherlich für jeden Nachvollziehbar, dass diese Tiere in privater Hand nichts zu suchen haben. Und die Exoten und Wildtierhaltung daher verboten gehört. Verständlich, oder?

Und doch, wie bei Asterix dem Gallier, halten sich die Terranier einfach nicht an diesen einfachen Sachverhalt und Cäsar, im Gewand von Tierschutzverbänden, schlägt mit unverminderter Härte gegen die Tore dieser kleinen Bastion. Öffentlichkeitswirksam und omnipräsent werden die Terranier seit Monaten mit Anschuldigungen, Vorwürfen und potentiellen Artenschutzverletzungen bombardiert. Tierleid, artenfremd, unverantwortlich, unzumutbar, bösartig ist das Verhalten in der Terraristik und jeder Terranier gehört eigentlich eingesperrt für seine Unmenschlichkeit.

Aber! Genau jetzt, in dieser Sekunde, in dieser Stunde und an diesem Tag leben hunderttausende Echsen, Schlangen, Frösche und Schildkröten ein glückliches und zufriedenes Leben in der Obhut ihrer fürsorglichen Halter. Fernab von jeder Sorge und jedem natürlichen Feind schlängelt sich eine Schlange gerade jetzt gemütlich durch ein Terrarium, klettert ein Leguan entspannt auf seinen bevorzugten Liegeplatz und sonnt sich ein Gecko unter einem Wärmestrahler. Von Tierleid keine Spur. Friede, Freude und Harmonie sind hier die vorherrschenden Eigenschaften.

Das ist natürlich unspektakulär, denn wer will schon wissen, das alles in Ordnung ist? Das sorgt für keine Aufmerksamkeit, schafft keine Befürworter und sorgt nicht für neue Schlagzeilen, welche die Spendenkassen klingeln lassen. Wenn ihr Schlagzeilen wollt, lest einmal ein wenig über die Praktiken von Peta. Das Paradebeispiel für Tierschutz.

Aber genug der Polemik. Ihr wisst sicherlich alle, worauf ich hinaus will. Tierschutz ist wichtig. Keine Frage. Haltungsrichtlinien sind in Zeiten von Ignoranz und Leichtsinnigkeit notwendig. Aber es kann nicht sein, dass aufgrund des Verhaltens einiger weniger, alle bestraft werden. Oder sollten wir etwa den Tierschutz verbieten, weil einige wenige diesen etwas pervers auslegen? Wohl kaum. Das gleiche trifft auf die Terraristik zu. Und obwohl ich eigentlich dieses Thema gar nicht erst aufgreifen wollte, sah ich mich doch etwas dazu genötigt, nun doch dieses bereits genug diskutierte Thema aufzugreifen. Daher nun auch hier der Aufruf an alle: Lasst euch nicht von den idealistischen Wahnvorstellungen selbsternannter Heiliger manipulieren und setzt ein Zeichen gegen das Verbot der Terraristik. Setzt euer Zeichen unter die Petition und gegen Vormundschaft. Und hier ende ich mit Nietzsche: “Der gestraft wird, ist nicht mehr der, welcher die Tat getan hat. Er ist immer der Sündenbock.”

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